Spinnstubbfrauen

Bei den Vorbereitungen zur 700-Jahrfeier griffen eine Reihe von älteren Frauen das alte Brauchtum wieder auf und zeigten beim großen Dorffest im Jahr 1993, wie früher gemeinsam in gemütlicher Runde Wolle gesponnen, Strümpfe und Pullover gestrickt oder feine Stickereien und  Häkelarbeiten hergestellt wurden. Doch es sollte nicht bei der Ausrichtung des Festes bleiben, hatten die Frauen doch inzwischen soviel Spaß daran gefunden, dass sie sich, angeregt von Irene Moses und Inge Bäppler, seitdem einmal im Monat treffen.



Als feste Gruppe der „Dorfgemeinschaft Merzhausen e.V.“ sitzen 15-20 handarbeitsbegeisterte und -erfahrene  Frauen aller Altersklassen jeden 1. Mittwoch im Monat im Gemeindehaus. Immer noch bedienen manche mit flinken Fingern die Spindel ihres Spinnrades, das  vom Speicher gekramt und restauriert wurde. Einige haben früher hier nicht übliche Handarbeiten, wie die Hardanger-Stickerei, entdeckt  und geben ihre neu erworbenen Techniken geduldig an die anderen weiter.
  
 Meistens geht es in diesem Kreis sehr lustig zu. Die Damen erzählen sich Neuigkeiten aus dem Dorfleben oder plaudern aus alten Zeiten, tauschen Kochrezepte und Tipps für die Gartenarbeit aus. Und da fast immer irgendjemand etwas zu feiern hat, gibt es oft kleine Häppchen und nicht nur alkoholfreie Getränke. Bei Veranstaltungen der „Dorfgemeinschaft Merzhausen e.V.“ oder der einzelnen Vereine sind die Spinnstubb-Frauen immer bereit, die Kuchentafeln mit selbstgebackenen Leckereien auszustatten und beim Ausschenken von Kaffee oder beim Dienst hinter der Theke zu helfen. Beim „Merzhäuser Abend“ zeigten sie in kleinen Sketchen auch ihr schauspielerisches Talent und demonstrierten sehr lebendig, wie es früher im Dorf zuging. Leiterin:

Adele Reiter