Geschichte

Nach einem amtlichen Dokument wurde Merzhausen erstmals am 21. Februar 1293 erwähnt. Die Urkunde der Ersterwähnung ist im Staatsarchiv Wiesbaden. Der Name „Merzhausen“ leitete sich ab von Mertinshusen. Die erste Silbe Mertin ist mit Sicherheit nach dem Heiligen Martin benannt. Das damalige Merzhausen mit seinen 100 bis 150 Einwohnern hatte eine wechselvolle Geschichte. Bereits im frühen Mittelalter war Merzhausen als Sitz des Niederstockheimer Gerichtes ein Mittelpunkt im Hintertaunus. Das alte Rathaus, heute evangelisches Gemeindehaus, war der Sitz des Niederstockheimer Gerichtes. Im Wappen von Merzhausen ist durch den Wurzelstock das Symbol der Herren von Stockheim dokumentiert. 

In dieser Zeit lebten die Bewohner überwiegend von der Landwirtschaft. Auch kleinere Handwerksbetriebe gab und gibt es bis zum heutigen Tage, insbesondere als Nebenerwerb. Heute sind die meisten der Berufstätigen Auspendler und haben ihre Arbeitsstelle im Vordertaunus bis in den Frankfurter Raum.

Durch den 2. Weltkrieg hat Merzhausen viel Leid erfahren. Dies kam in erster Linie durch die Nähe zu dem Feldflugplatz Merzhausen und weiter durch die strategische Höhenlage an der Bundesstraße B275. Am Heiligen Abend 1944 wurde Merzhausen und der Feldflugplatz durch mehrere Bomberverbände bombardiert. Zahlreiche Häuser, Stallungen und Scheunen gingen in Flammen auf. Eine weitere Zerstörung erfolgte am Karfreitag und am Karsamstag 1945, als sich eine SS-Einheit in Merzhausen festsetzte und die Alliierten 24 Stunden das Dorf mit Artillerie beschossen. Insgesamt wurden bei den Angriffen 32 Gebäude beschädigt. Gottseidank kamen von der Zivilbevölkerung keine Menschen ums Leben. Jedoch verlor Merzhausen durch den 2. Weltkrieg 42 junge Männer an der Front. Durch die schweren Zerstörungen des Dorfes brauchte Merzhausen nach dem Kriege keine Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten aufnehmen. Durch den Feldflugplatz waren während des Krieges zahlreiche Soldaten der Luftwaffe und des Bodenpersonals in Merzhausen privat einquartiert. Davon blieben 24 Männer nach dem Krieg im Dorf und heirateten dort junge Merzhäuserinnen.

Unmittelbar nach Ende des Krieges begann in Merzhausen ein Wiederaufbau, der sich insbesondere prägte durch erhebliche Nachbarschaftshilfe, und vor allen Dingen den von dem Gemeindevorstand einberufenen „Hand- und Spanndienst“. Durch diesen Hand- und Spanndienst wurden Straßen, Wege, Wasserleitungen und Kanäle wiederhergestellt. Auch öffentliche Gebäude wurden renoviert. Wer bei diesen Arbeiten kein Pferde- oder Kuhfuhrwerk stellen konnte, mußte selbst Hand anlegen. Dieser Wiederaufbau des zerstörten Dorfes prägte in erheblichem Maße den Gemeinschaftssinn der Bürger untereinander, welcher bis zum heutigen Tage noch vorhanden ist.

Durch die Gebiets- und Verwaltungsreformen im Lande Hessen verlor das Dorf Merzhausen 1972 seine Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil der Stadt Usingen.

Es ist noch anzumerken, daß sich die Bevölkerungsentwicklung nach dem Kriege durch eine behutsame Ausweisung und Erschließung von kleineren Baugebieten bis zum heutigen Tage so gestaltet hat, daß heute Merzhausen 955 Einwohner mit Erst- und Zweitwohnsitz hat. Es waren nicht nur Einheimische, die in Merzhausen ihre Eigenheime bauten, sondern auch viele Familien aus dem Rhein-Main-Gebiet, welche in Merzhausen ihre neue Heimat fanden. Viele der Neubürger waren recht schnell durch die Kirche und die verschiedenen Vereine mit in das Dorfleben integriert.

Merzhausen hatte schon seit der Reformation eine evangelische Kirchengemeinde. Seit der Jahrhundertwende sind einige Familien zur evangelisch-methodistischen Gemeinde übergetreten. Da Merzhausen nach dem Kriege keine Flüchtlinge aufnehmen mußte - was vorher schon begründet wurde - gibt es heute auch nur wenige Familien, die der katholischen Kirche angehören.

Ein besonderes Jahr für das Dorf Merzhausen war 1993, in dem Merzhausen auf eine 700jährige Geschichte zurückblicken konnte. Zahlreiche Festlichkeiten, über das ganze Jahr verteilt, zogen viele Besucher aus nah und fern in das kleine Taunusdorf. Nach Ende des Jahres zählte man insgesamt 30 Tage, an denen Veranstaltungen in Merzhausen stattfanden.

allein für dieses Festjahr wurde das "Merzhäuser Buch", ein Jahreskalender mit Bildmotiven aus Merzhausen, ein Gedichtsheft sowie viele Erinnerungsgegenstände wie Krüge, Wandteller, Gläser und Bembel mit dem Merzhäuser Wappen geschaffen.

Die Festeröffnung und Buchvorstellung des "Merzhäuser Buches" fand am Sonntag, dem 21. Februar mit einem Festgottesdienst und einer Feierstunde im Bürgerhaus „Rauschpenn-halle“ statt. Ein Höhepunkt im Festjahr war das Festwochenende von Freitag, dem 23.  bis Montag, dem 26. Juli. Am Freitag, dem 7. Januar 1994 fand dann auch ein „Dankeschön-Abend“ für alle Bürgerinnen und Bürger, welche aktiv in irgendeiner Weise im Festjahr mitgewirkt haben, statt. Man kann heute sagen, das ganze Dorf hat mitgeholfen und war auch an diesem „Dankeschön-Abend“ im Bürgerhaus anwesend.

Die umfangreichen Vorbereitungen für die 700-Jahr-Feier von Merzhausen begannen bereits im Jahre 1989, als die ersten Gespräche zwischen dem Magistrat der Stadt Usingen und Vorständen der Merzhäuser Vereine sowie der Kirche stattfanden. Kurz darauf wurden Arbeitskreise gebildet, bei dem der wichtigste der Geschichtskreis für die Vorbereitung des "Merzhäuser Buches" war. 1991 gründete sich der Verein „Dorfgemeinschaft Merzhausen e. V.“, in dem alle Merzhäuser Vereine, die evangelische Kirche, der Ortsbeirat und seit 1998 auch der Vorstand des Jugendzentrums mit integriert sind.

Eigens für die 700-Jahr-Feier wurde das „Merzhäuser Lied“ von Erhard Reuter, Hilde Kampermann und Reinhold Schlicht getextet und komponiert.